Mobile Bank Dispenser … nur das Bild und das Original bei Flicker (leider keine CC-Lizenz, deshalb nur verlinkt)
Tags: ATM, Social Engineering
Mobile Bank Dispenser … nur das Bild und das Original bei Flicker (leider keine CC-Lizenz, deshalb nur verlinkt)
Menschen tun Dinge die sie eigentlich nicht tun würden, z.B. Preisgabe von Informationen. Oder ein Blog schreiben. Stimmt. Ich frage mich gerade, wer mich da hinsocialengineert hat. Egal. Die bösen Griechen haben das schon bei den Trojanern erfolgreich angewandt und später wieder bei der Währungsunion (Euro!). Das moderne Social Engineering geht auf Kevin Mitnick zurück, der es in dieser Disziplin zur Meisterschaft gebracht hat.
Ich schreibe jetzt nur mal die Stichwörter aus dem Vortrag auf.
Algorithmen / Vorgehensweise
1. Zielortung
2. Kommunikationskanäle
3. Wichtigstes Hilfsmittel
4. Informationsacquise
5. Pretexting
Große Unternehmen lassen sich leichter angreifen als kleine, weil es einfach mehr Stellen gibt, von denen jeweils Teilinformationen gewonnen werden können.
6. Authentizität
7. Elicitation
8. Vorteile ausnutzen
9. Reverse Social Engineering
10. Hausbesuch
11. Spuren Verwischen
Gegenmaßnahmen
Link: http://www.social-engineer.org/
Mich hat folgende Anfrage erreicht:
Ich tue mir da ein wenig schwer. Viel Material das ich verwende habe ich mir selbst ausgedacht oder ist im Rahmen von Projektarbeiten entstanden. Aktuell arbeite ich gerade wieder für und mit einem Kunden an mehreren Filmen, Fotostories und einer Plakatakation zur Mitarbeitersensibilisierung.
Mir fiel so spontan deshalb gar nicht viel ein (Reihenfolge ohne Wertung):
Das sind im großen und ganzen die Sachen die ich gelesen haben. Über Ergänzung in den Kommentaren würde ich mich freuen.
Voraussetzung zur Aufnahme in diese Liste ist natürlich, daß es sich um öffentliche, frei zugängliche und zitierfähige Dokumente sind. Irgendwelche Pressemitteilungen und Werbeflyer von Firmen helfen nicht weiter. Reine Firmenwerbung ohne Inhalte in den Kommentaren wird von mir deshalb auch nach Gutdünken gelöscht.
Manchmal will man ja gar nicht glauben, was man bei Fefe so lesen kann. Aber die ebenso unseriösen Nachrichtenportale bestätigen das.
In Grand Forks, North Dakota haben bisher unbekannte an falsch geparkten Autos Parktickets angebracht, die den Fahrer auf eine Webseite mit Malware gelockt hat.
Ich finde das sehr lustig. Ich sollte das auch mal probieren. Beispielsweise in München am Rosenkavalierplatz. Da darf man höchstens eine Stunde mit Parkuhr stehen und die Zetteltanten gehen mindestens fünfmal am Tag da vorbei.
Weitere Details und Fotos hat das Sans Institute zusammengestellt.
Meine Freundin kam neulich wieder an: “Ein Arbeitskollege hat mir auf einen USB-Stick das Spiel Blocks 5 kopiert, das habe ich mir gerade installiert”. Mein spontane Antwort: “Guter Trick! Wenn ich Dir Schadprogramme unterjubeln wollte würde ich das genauso machen!”. Da hat sie erstmal gestutzt.

Wenn schon Symantec behauptet, die Old School VXer-Szene wäre am Sterben (und die verdienen mit den Virenscannern ja ihr Geld), dann muß es schließlich ernst sein. Ok, für die Virenscannerhersteller nicht wirklich, die Viren werden hat jetzt von kommerziellen Unternehmen wie dem Russian Business Network entwickelt. Virtuelle Schutzgelderpressung ist schließlich viel bequemer als reale. Man muß nicht raus in den harten kalten russischen Winter.
Aber was das RBN kann, können wir im Kleinen doch auch. Schadprogramme auf USB-Sticks sind nichts neues und dieses Spiel vom Arbeitskollegen bietet sich doch geradezu an.
Hmm, Google liefert 37 Millionen Suchergebnisse für “free game download“. Wahrscheinlich bin ich nicht der erste, der auf diese Idee gekommen ist.
Neulich mal wieder in meiner Inbox:

Interessantes Social Engineering, insbesondere die deutsche Adressen. Wie üblich, das Exe einmal kurz Virustotal übergeben:
| Antivirus | Version | Letzte Akt. | Ergebnis |
|---|---|---|---|
| AhnLab-V3 | 2007.11.17.0 | 2007.11.16 | - |
| Authentium | 4.93.8 | 2007.11.16 | W32/Trojan.AMBF |
| AVG | 7.5.0.503 | 2007.11.16 | PSW.Generic4.FVG |
| CAT-QuickHeal | 9.00 | 2007.11.16 | - |
| DrWeb | 4.44.0.09170 | 2007.11.16 | Trojan.PWS.Lineage |
| eTrust-Vet | 31.2.5300 | 2007.11.16 | - |
| FileAdvisor | 1 | 2007.11.16 | - |
| F-Prot | 4.4.2.54 | 2007.11.16 | W32/Trojan.AMBF |
| Ikarus | T3.1.1.12 | 2007.11.16 | Trojan-Spy.Win32.Goldun.lw |
| McAfee | 5165 | 2007.11.16 | Generic PWS.y |
| NOD32v2 | 2664 | 2007.11.16 | Win32/TrojanDropper.ErPack |
| Panda | 9.0.0.4 | 2007.11.16 | - |
| Rising | 20.18.40.00 | 2007.11.16 | - |
| Sunbelt | 2.2.907.0 | 2007.11.16 | Trojan-Dropper.Delf.HT |
| TheHacker | 6.2.9.132 | 2007.11.16 | - |
| VirusBuster | 4.3.26:9 | 2007.11.16 | TrojanSpy.BZub.AFW |
Interessanterweise wurde der Downloadlink nicht irgendwie maskiert, die Datei liegt wirklich auf diesem Server. Ist das ein Trend?
Ach ja:
DNS: www.cristhmasx.com –> 58.65.239.99
APNIC: 58.65.239.99 –> HostFresh Internet Service Provider, Hong Kong
und besonders witzig: Auf der Webseite steht “this account temporally suspensed for security reason” aber der Trojaner-Download funktioniert trotzdem
… zumindest wenn man sich an Salesforce wendet. Da hat ein Mitarbeiter doch tatsächlich eine Kundendatenbank rausgegeben.
Das kursive finde ich jetzt nett. Awareness ist halt alles.
Aber meine Rede ist ja schon die ganze Zeit, man gibt keine solchen Daten extern. Egal ob es sich um ein Blog oder sonstige Daten handelt. Ich könnte wetten, auch in den Salesforce-AGB steht drin, daß die Daten eh Salesforce gehört haben und Kunden halt Pech hatten.
Disclaimer: Achtung, enthält möglicherweise jugendgefährdende Fotos und Dateien
Ich finde das ja durchaus interessant. Da bekomme ich also (mühsam aus dem Spamordner gefischt) folgende E-Mail:

Die liebe (mir unbekannte) Maria Webber hat also eine Webseite aufgesetzt, und lädt mich ein ihre Bilder zu betrachten. Die Webseite selbst sieht so aus (Unkenntlichmachung von mir, ich weiß nämlich nicht, ob die Dame mit der Veröffentlichung des Bildes einverstanden ist oder ob das Bild irgendwo einfach geklaut wurde):

Beim Anlicken von “Andere Fotos finden Sie im Archiv” bekommt man eine Datei “photos.exe” (ZIP-File, Achtung Download auf eigene Gefahr) angeboten. Ich habe die Datei an Virus Total geschickt, um sie testen zu lassen, nachdem mein lokaler Virenscanner nichts gefunden hat. Das Ergebnis ist relativ eindeutig:

Zumindest 10 der vorgeschalteten Virenscanner kommt die Datei suspekt vor, im Allgemeinen wird ein Trojan Dropper (d.h. ein Programm, das weiteren Schadcode nachlädt) mit dem Namen PolyCrypt erkannt.
Mich beeindruckt ja der Aufwand, mit dem das Verbreiten von Schadcode inzwischen erfolgt. Früher wäre die Datei einfach als Attachment in der Mail enthalten gewesen. Heute setzen die Angreifer eigene Webseiten auf (ok, enthält nur ein Photo, aber die URL muß zumindest registriert werden), verbreiten passenden Spam und warten darauf, daß die nichtsahnenden Nutzer sich den Schadcode selbst auf den Rechner laden.
Ich bin mir sicher, das Verfahren läßt sich auch hervorragend für gezielte Social Engineering Angriffe gegen Unternehmen mißbrauchen. Einfach eine ähnlich klingende Domain registrieren, eine passende Mail gezielt an einzelne Mitarbeiter verschicken und abwarten, was passiert …
Anmerkung: AntiVir 7.06.00.05 vom 06.09.2007 erkennt den Schadcode noch nicht, AntiVir 7.06.00.10 vom 15.09.2007 erkennt den Schadcode. Da sieht man mal wieder, wie wichtig aktuelle Virenscanner-Updates sind. Auch interessant, AntiVir sucht inzwischen nach 1071077 Virenstämmen, über 1 Million, schon krass. Vielleicht doch langsam Whitelists einführen?
Ein spannendes neues Social Engineering Tool hat Petko D. Petkov (auf Security-Mailinglisten als pdp (architect) bekannt) veröffentlicht, das PKI Book.
Nach Eingabe einer Domain kann man alle in der PGP Datenbank des MIT (pgp.mit.edu) registrierte Benutzer mit einer E-Mail Adresse aus dieser Domain finden. Diese Daten werden anschließend mittels Yahoo! Pipes gegen das MySpace Social Network abgeglichen. Interessant dabei ist, wenn ein PGP-Key mit einer Firmen E-Mail Adresse und einer privaten Mailadresse verbunden ist. PKI Book findet dann nämlich auch das MySpace-Profil das mit der privaten Adresse erstellt wurde.
Der nächste Schritt ist dann, den Nutzer zu unserer Freundesliste hinzuzufügen und schon kann das Social Engineering beginnen …
(via The Register)
Die Federation of American Scientists hat hier (PDF; 2,4 MB) unter dem Titel “Technology Collection Trends in the U.S. Defense Industry” einen sehr interessanten Bericht über die Social Engineering Angriffe gegen amerikanische Wissenschaftler und Militärangehörige zusammengestellt.
Der generelle Trend ist steigend, von 37 identifizierten spionierenden Ländern im Jahr 1997 über 63 Länder im Jahr 2000 auf 106 Länder im Jahr 2005. Für das Jahr 2005 werden 971 Einzelvorfälle erfaßt. Die spionierenden Länder sind nicht einzeln aufgeführt, es gibt lediglich eine geographische Zusammenstellung der Vorfälle in der Ostasien mit 31% vor dem Nahen Osten mit 23%, Eurasien mit 19% und Südasien mit 13% führt. Afrika kann mit weniger als 3 % vernachlässigt werden. Dabei wird jedoch nicht zwischen Westeuropa und Russland (Eurasien) unterschieden und in Ostasien wird China zusammen mit Japan und Australien in einen Topf geworfen.
Die Hauptziele der Spionage waren (in dieser Reihenfolge):
Die Teilbereiche sind dann noch aufgeschlüsselt in wichtige Themengebiete. Soweit so uninteressant. Spannend wird es wieder im Anhang, wenn die gängigsten Social Engineering Verfahren und typische Gegenmaßnahmen analysiert werden. Dabei werden folgende Bereiche unterschieden:
Zur allgemeinen Erheiterung sind auch ein paar konkrete Beispiele angegeben, z.B. dieses hier:
Hach ja, Mata Hari.
Auf jeden Fall gibt es für alle Bereiche eine Liste von mögliche Erkennungsmaßnahmen, beispielsweise für den Bereich Informationssammlung:
Und natürlich eine Reihe von Gegenmaßnahmen, darunter an erster Stelle:
Oder auf neudeutsch: Awareness!
Womit wir beim eigentlich Thema wären. Spionage kann jeden treffen. Angefangen von Informationen zu neuen Produkten und Dienstleistungen über Beziehungen zu Geschäftspartnern bis hin zu trivialen Sachen wie Gehälter oder private Daten. Es ist deshalb unerläßlich, alle Mitarbeiter auf mögliche Gefahren und Risiken hinzuweisen und bezüglicher der Social Engineering Thematik zu sensibilisieren. Und nur durch ein Awarenessprogramm, das die Gefahren regelmäßig immer wieder aufgreift ist ein dauerhaft hohes Sicherheitsniveau gewährleistet.
Ich bin neulich mit dem Auto durch Hessen gefahren und habe in den US Militärsender American Forces Network reingehört. Dort im Radio wurde das Thema alle 30 Minuten aufgegriffen!